July 22nd, 2008 flo
So,
die Ausstellung in Freiburg war ja sehr schön, jetzt stelle ich die Fotos in Berlin aus.
Und zwar auch gleich in einem Bauwagen. Vernissage ist am Mittwoch, 6.8. um 20 Uhr beim Ausstellungwagen des Bauwagenplatzes Lohmühle am Uferwanderweg. Lohmühlenstraße 17, ganz nah am Görli. Die Ausstellung ist dann bis zum 7.9. täglich von hell bis dunkel geöffnet.
Nähere Infos bald auf www.lohmuehle-berlin.de

Hier noch der Text von der Freiburg-Ausstellung:
So, kommende Woche stelle ich in Freiburg im Orbit vorm Stadttheater Bauwagen-Panoramen aus. Eine Vernissage ist am Montag, den 16.6., um 22 Uhr.
Hier ein Auszug aus dem Pressetext dazu
Die Bilder spiegeln die Individualität der BauwagenbewohnerInnen wider - und brechen dabei viele Klischees, die das Leben im Bauwagen zwangsweise zwischen finanzieller Not und Primitivität ansiedeln.
Obwohl die Arbeiten rein dokumentarischem Ursprungs sind und der Fotogaf keine Inszenierungen vorgenommen hat, entsteht durch die besondere Aufnahmetechnik der 360-Grad-Fotografie und die Bildbearbeitung eine ganz eigene Bildwelt, die eher an die Ästhetik moderner Interieur-Magazine erinnert.
Die Abgeschlossenheit, die Bauwagenplätze für viele Menschen haben, wird hier in gewisser Weise geöffnet, und gut 20 WagenbewohnerInnen erlauben jedem Interessiertem einen Einblick in Ihren Wohn-, Ess- und Arbeitsraum.
Die Ausstellung stellt einen Beitrag zur Diskussion um die Möglichkeit alternativer Wohnformen jenseits normierter Mietwohnungen dar. Sie räumt mit einigen Vorurteilen auf, läßt dem Betrachter aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich ein eigenes Bild zu schaffen.
Die rund 20 Panoramafotos sind zwischen 20 x 40 cm und 60 x 120 cm groß. Eine Vernissage, auf der der Fotograf etwas zu den Grundideen seiner Arbeit und zur verwendeten Technik erzählen wird, finden am Montag, den 16.6.. um 22 Uhr im Orbit vorm dem Stadttheater Freiburg statt. Die Ausstellung die bis zum 20.6. gehen wird, ist täglich von 9 bis 23 Uhr geöffnet.
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June 25th, 2008 flo



Vor ein paar Wochen war ich in Istanbul. Irgendwann wollte ich was anderes sehen als die Touristenecken. Ich war nicht groß vorbereitet, fragte im Hostel nach, wo vielleicht mal ein Roma-Viertel war, bekam irgendwas auf dem Stadtplan gezeigt „Da sollst Du aber nicht hingehen es ist sehr gefährlich dort…“.
Eine Stunde später war ich in Sulukule, dem ältesten Roma-Viertel der Welt. Bald wird man wohl „dem ehemaligen“ sagen müssen, denn die Szenen dort waren nicht schön. Das erste was ich sah waren Bagger, dann Staub und eingerissene Häuser. Die Stimmung im Ort war schlimm. Einige Menschen hatten Ihre Häuser verloren, wurden abgerissen. Zuerst konnte ich gar nicht fotografieren, aber dann kam ich den Menschen näher, und einige wollten auch zeigen, was passiert war. Ich kam mit ein paar Leuten ins Gespräch, stellte auch fest, das ein paar Journalisten vor Ort waren.
Ein großer Teil der Stadtteils soll abgerissen werden, Istanbul soll hübsch gemacht werden und die Menschen haben eigentlich keine Chance. Es heißt zwar, das neue Wohnungen am Rande der Stadt für sie gebaut werden (ja toll), aber letztlich wohl für Mietpreise die sie sich nicht leisten werden können.
Die Stimmung festzuhalten war nicht einfach, ich mache das ja nun auch nicht jeden Tag. In den folgenden Tagen hatte ich interessanterweise eine Reihe Diskussionen, wie weit Reportagefotografie in solche Umstrukturierungsprozesse intervenieren kann. Die Frage, ob mein Blick nicht auch zu einfach war, da er ja von sehr weit außen ohne wirklcih Ahnung von den Zusammenhängen vor Ort zu haben kommt. Trotzdem finde ich es natürlich richtig, zu dokumentieren, was um mich herum passiert. Und den Eindruck, das viele Leute gerne mal was anderes als Blaue Moschee und Hagia Sofia aus Istanbul sehen wollen, habe ich natürlich schon.
Weitere Infos zu Sulukule:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,529467,00.html
http://www.nzz.ch/2006/06/02/fe/articleDM0AQ.html
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March 28th, 2008 flo
Von der gemeinsamen Nutzung öffentlicher Räume.
Ein Spaziergang mit einem der Großgrundbesitzer in der Hamburger Innenstadt: ein Anwohner.

Mohn sähen
Freudig präsentierten städtische Garten- und Balkonbesitzer rund um das Erntedankfest die Früchte ihrer Arbeit. Städtische Landwirtschaft, oder – keine Idee überlebt ohne Anglizismen – „urban agriculture“ bringt in jedem Jahr erstaunliche gärtnerische Leistungen hervor. Doch während im Hamburger Rathaus beispielsweise sogar eine Ausstellung die meist professionelle Landwirtschaft im Stadtgebiet preist, überrascht ein Spaziergang mit Jochen D., Hobbypflanzer und [Lebens-]Künstler, durch die scheinbare Allgegenwärtigkeit von Nutzpflanzen in der Hamburger Innenstadt.
Schon mitten in St. Georg bleibt D. auf einem Parkplatz am St. Georgs Kirchhof stehen und weist auf einige Gerstenpflanzen hin: „Die ganze Stadt ist voll davon.“ Getreide? Hier? „Ja, manche Leute machen daraus Brot…“ Gerste sei so robust, dass sie für die „Standorte“ zwischen Gehwegplatten und Pflastersteinen nahezu ideal geeignet sei.
Aber sicherer als Betonritzen, wenn die Pflanzen auch unbeschadet ihre Jugend überwinden sollen, seien „Beete“ unter Fußabtritten, die durch ein Rost geschützt sind. Und der Schutz von Pflanzen außerhalb der Planflächen der Stadtgärtner ist in jüngster Zeit immer wichtiger geworden. „Seit es Ein-Euro-Jobs gibt, verschwinden viele meiner Nutzpflanzen“, klagt der Hobbypflanzer: Nicht etwa weil verhungernde Menschen seine Beete plünderten – das wäre genau in seinem Sinne – nein, in der modernen ABM werden Menschen zum „Unkraut“ jäten durch die ganze Stadt geschickt.

Kürbisse in Hammerbrook
„Guerilla Gardening“ – das wilde Gärtnern auf öffentlichen Flächen – ist als explizit politische Aktionsform entstanden, bei der die „kreativen Umgestaltung“ von Parks und öffentlichen Räumen Hand in Hand gehen soll mit einer möglichen Selbstversorgung. In dem j Handbuch „go.stop.act! - die Kunst des kreativen Straßenprotests“ von Marc Amann (Hrsg., Trotzdem Verlag, 2005) berichtet der Autor von illegalen Gemüsegärten auf New Yorker Brachen, Reisanbau zwischen Tokios Wolkenkratzern oder Symbolen aus Blumen auf innerstädtischen Verkehrsinseln. So wurden am ersten Mai 2000 in London in einem Park Bäume, Gemüse, Kräuter und Blumen gepflanzt und sogar ein Teich angelegt. Der aufgerollte Rasen wurde vor den Houses of Parliament neu verlegt. Es gelte, die kleinen Lücken, Spalten und Löcher zu finden, in denen sich der immer privater werdenden Öffentlichkeit ein wenig Raum entwenden lässt. Und seien es die Ritzen im Beton St. Georgs, aus denen Gerste wächst.
In der Hamburger Innenstadt müssen also entweder gut getarnte Beete her, oder so exponierte, dass Passanten wie gezwungene Gärtner, alle Pflanzen für gewollt halten. „Auch in einem Blumenkübel kann man manchmal ein Kuckucksei durchbringen.“ Ein ganzes Mohnbeet habe er schon von einem Hotel in der Nachbarschaft großziehn lassen.
Aber für D. soll es nicht im Verborgenen [klandestin] weitergehen. „Mein Traum ist ein Maisfeld auf der Verkehrsinsel vor dem Atlantik-Hotel.“ Und so unrealistisch scheint es gar nicht. „Letztes Jahr war scheinbar eine Zeit lang der Rasenmäher der Stadtgärtner kaputt.“ Zumindest sei der Rasen auf einer der Verkehrsinseln zwischen den Alsterbrücken und dem Hotel erstaunlich hoch gewachsen. Seine Hoffnung: Sobald gerade die Zierpflanzen und bekanntere Nutzpflanzen eine Größe erreicht haben, in der sie auf den ersten Blick zu erkennen sind, sei die Chance hoch, dass die Gärtner gnädig sind und die Sprösslinge stehen lassen.
Ideal, um diese Größe überhaupt erst zu erreichen, seien Neupflanzungen von Bäumen, die von einem kleinen Mulchbeet umgeben sind. In der Anfangszeit wird dort weder gejätet noch mit Giften gearbeitet. „Allerdings müssen da Pflanzen mit kräftigen und großen Keimen rein. Kartoffeln sind ideal, nur leider muss man die eingraben und kann sie nicht einfach verstreuen.“

Feuerbohnen beim Hauptbahnhof
Denn am liebsten macht er, ganz ein Großgrundbesitzer, Spaziergänge über „seine Ländereien“, die Taschen zum Beispiel mit Mohnkörnern gefüllt, und streut hier und da ein wenig optische Aufhellung. Stolz betrachtet er später die Früchte seine Arbeit und schaut sich auch gerne Ideen der Natur ab, um sie für eigene Pflanzstrategien zu übernehmen. Denn in den natürlichen Systemen finden sich viele praktikable Lösungen für den Ackerbau. Den freien Hamburger Stadtgärtner fasziniert vor allem die etagenartige Wuchsform [der Stockwerkbau] tropischer Wälder, die von Indianern erfolgreich adaptiert wurde: Hohe Pflanzen, die der Sonne trotzen können spenden Schatten und stellen gleichzeitig das Substrat für Ranken. Ganz unten bleibt Platz für Bodenpflanzen. Mais, Bohnen und Kürbis sind in diesem Sinne D`s Traumbild einer Ackergemeinschaft. [Bodennahes Wachstum, aufrechte Pflanzen und Ranken machen sich untereinander nicht so viel Konkurrenz wie eine Gemeinschaft mit ähnlichen Wuchsformen.] Doch vorerst geht es ihm um die Rückgewinnung des öffentlichen Raumes, in dem dies überhaupt stattfinden kann.
„Von so einer Fläche kann man eine Woche lang leben“, erklärt der Experte und zeigt auf einen Hang Richtung S-Bahn-Damm. Um mehrere Jungbäume wachsen büscheweise Kartofflen. „Aber wer weiß schon, wie eine Kartoffelpflanze aussieht…?“ [folgt es dann doch etwas resigniert.]

Wenige Meter weiter kehrt die Begeisterung zurück: Direkt neben einer Ampel wurden die ersten reifen Zucchini geerntet. „Das Beste ist, wenn die Leute an viel frequentierten Stellen die Pflanzen erkennen.“ Sie sollen wahrnehmen, dass hier Nutzpflanzen mitten in der Stadt wachsen und sie am besten auch gleich mitnehmen – direkt vor dem Hotel Atlantik. „Ich habe auch schon überlegt, den Fensterputzern hier an der Ampel einen zusätzlichen Gemüseverkauf vorzuschlagen“, sinniert D.. Selber ernten will er gar nicht, „höchstens mal probieren, wie es schmeckt. Aber ich mache das ja nicht für mich.“ Öffentlicher Raum und was aus ihm hervorgehen kann, soll einfach für alle nutzbar sein.
Selbst über Tierzucht habe er schon mit Freunden nachgedacht: „Hühner fangen kann schließlich jeder. Oder Eier suchen. Aber wir haben keine Arten gefunden, die hier draußen einfach so überleben könnten. Das wäre dann wohl ein längerfristiges Projekt.“
Weiter geht es unter der Eisenbahnbrücke in Richtung Glockengießer Wall: Im Schatten weniger Bäume beherbergt eine lange nicht gemähte Wiese eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen und Insekten. Ein ansehnliches Biotop mitten in einer steril gestalteten Innenstadt. „Hier nähern wir uns einem idealen Stadtgarten mir friedlicher Koexistenz an.“ Borretsch – hervorragend im Salat – gemeinsam mit Kürbissen und Zier- und Wildpflanzen. Unter der Mauer dort drüben wohne ein Obdachloser, berichtet D. und hofft, dass dieser weiß, was hier in seinem Vorgarten wächst.
Stolz will er uns noch seinen sogenannten „Idealacker“ präsentieren – direkt zwischen den beiden Alsterbrücken. „Gute Feuchtigkeit und Licht bei einem ganz ordentlichen Boden“, so sein Urteil. Das Beet, hinter einigen Bänken, liegt oberhalb einer hüfthohen Steinkante. Das beste sei die rückenfreundliche Arbeitshöhe, denn das Bücken scheint ihm doch eine sehr unangenehme Begleiterscheinung des Ackerbaus. Daher auch die Vorliebe für streufähiges Saatgut. Buddeln oder Jäten vermeidet dieser urbane Gärtner, wenn es geht.
Aber natürlich geht es nicht nur um Bequemlichkeit: „Unkraut jäten käme mir pervers vor – mit einem „Du nicht, du nicht, du nicht, …“ durch den Acker zu gehen.“ Auch die Ernte findet nur in kleinem Maßstab statt, „um den Erfolg zu prüfen“. Und die Schadstoffe? „Das ist in der Stadt sicherlich ein Problem, aber andererseits kommt es mir auch nicht ungesünder vor als all die überdüngten Sachen aus konventioneller Landwirtschaft.“ Für seine eigene Ernährung sei der Geschmack ausschlaggebend, aber auch die Produktions- und Haltungsbedingungen.
Einen Fußweg entlang es geht zurück in Richtung Hauptbahnhof: „Das da ist Hopfen. Der kommt aber nicht von mir.“ Und an einem Geländer gegenüber der Kunsthalle strahlen knallrote Feuerbohnen – das Werk einer Freundin. „Ansehnlich und essbar.“ Damit fallen sie genau in D`s Favoriten-Auswahl.
„Man geht schon mit einem anderen Blick zwischen den Grünflächen herum“, beschreibt er das Gefühl eines subversiven Gärtners. „Offensichtlich bin ich nicht allein. Ich habe sogar schon Leute beobachtet, die „meine“ Pflanzen begutachtet haben, scheinbar in der Überlegung, wann hier wohl geerntet werden kann.“ An bekannteren Standorten beginne dann ein regelrechter Erntekampf: Wie weit lässt man die Pflanzen reifen, bevor einem dann doch andere zuvorkommen.
Die Selbstversorgung in der Stadt hat auch historische Hintergründe. Als vor knapp 150 Jahren in Deutschland die ersten Schrebergärten gegründet wurden, stand dabei noch die Erholung für Arbeiter neben der Aufwertung des Speiseplans durch die eigene Ernte (GPM 6/03, S. 71). Als privat genutzte Flächen können Schrebergärten einen guerilla Gärtner allerdings nicht befriedigen.
Und so steht D. auf dem Hansaplatz vor Hirse und Ringelblumen und kommt ins Grübeln. „Ich kann mich einfach nicht erinnern, ob die von mir sind.“ Die Kombination mit den hübschen Ringelblumen, die die Hirse davor bewahren abgemäht zu werden, sei auf jeden Fall eine sehr sinnvolle Strategie. Und ein paar Schritte weiter, am Philips-Haus, direkt vor dem Kantinenfenster, ist er sich auch wieder sicher: „Das ist mein Lieblings-Beet! Hier sehen wir, wie der öffentliche und private Raum nur durch eine kleine Stufe getrennt sind.“ Beim Näherkommen zeigen sich unter einem Vordach einige Kürbisse etwas verloren in einem ansonsten leeren Beet. „Hier müsste ich wohl doch mal gießen. So sieht das ja etwas traurig aus.“ Aber auch hier habe er schon eine Interessierte Blicke von Passanten gesehen.

Zuchini-Ernte vor dem Hotel Atlantik
„Ich will, dass alle Leute sehen, dass es hier etwas zu ernten gibt.“ Und wenn es sich dabei um Menschen handelt, deren Möglichkeiten nicht immer einen Einkauf nach eigenem Wunsch zulassen, um so besser.
„Für mich ist es ein Hobby. Aber ganz großspurig gesagt, ist es auch eine Äußerung politischen Lebens.“ Subversion oder Terrorismus könne er sich zwar nur bis zu einem gewissen Niveau erlauben, „aber für die Absicht, dass öffentlicher Raum als solcher wahrgenommen wird, braucht es Erschütterungen des Normalzustandes. Eine Rekolonisation auf freundliche Weise.“ So als würde er jemandem heimlich das Auto waschen. Daher widerstrebt ihm auch das Jäten so sehr. „Das wäre wieder so ein kurioser Privatkosmos.“
Diese Form des Ackerbaus ist für D. ein Ansatz, Netze zur Wiedererkennung öffentlicher und eben auch politischer Räume zu schaffen. Wer sehe, dass in der Stadt eine Ernte möglich ist, sehe auch leichter, dass der gemeinsame Raum überhaupt mehr genutzt werden könne. „Die meisten Aktivisten glauben an Eliten, und das tue ich nicht, ich sehe das allenfalls als Grundlagenarbeit.“ Auch mit Philips will er sich nicht in einem vermeintlich Kampf von „groß gegen klein“ sehen, sondern spricht lieber von einem kollegialen Miteinander.
Und bis alle den öffentlichen Raum wieder für sich entdeckt haben, hofft er auf eine Art Schwarmverhalten: „Leute, die ich gar nicht kenne, beschäftigen sich dann auch mit dem, was ich mache. So wie beim Säen: da kommt ja letztlich auch nur eine Quote von 1:10 zum Aufblühen.“
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February 12th, 2008 flo
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Hier ein paar 360-Grad-Panoramen aus Bauwägen - meinem Projekt für die nächsten Wochen. Viele Liebe Grüße an die Lohmühle in Berlin.
Leider finde ich die Darstellung hier im Blog eigentlich zu klein für die Bilder, da die ganzen Details verschwinden.
Naja dann musses wohl mal ne Ausstellung geben…
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February 3rd, 2008 jan
Ein kleiner Block auch aus meiner Abschlußarbeit. Ich war wie so viele auch beim G8 in Heiligendamm im Sommer 07 unterwegs. Hier jetzt ein Teil meiner Ausbeute, hauptsächlich von der Block G8 Aktion.
Mehr Bilder auch aus meiner Arbeit findet ihr auf meiner Webseite. http://www.picturex.net
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February 3rd, 2008 jan
Joel Sternfeld “Sweet Earth: Experimental Utopias in America”
Während ich gerade an meiner Abschlußarbeit fotografiert habe, entdeckte ich dieses Buch. Erst war es mir ein bißchen zu teuer, aber nachdem es mir überhaupt nicht mehr aus dem Sinn ging hab ich die Investition dann doch aufgebracht und muß sagen ich habe es nicht bereut. Grund ist sicherlich die inhaltliche Nähe zu meiner Abschlußarbeit, in welcher ich mich auch mit Menschen beschäftige welche für sich Altenrativen entwickelt haben (Wenn ich dazu komme, findet ihr dann hier auch was dazu.). Also da war zum einen die inhaltliche Nähe, welche mich interessiert hat. Zum anderen fand ich es wirklich spannend wie Joel Sternfeld an diese Arbeit rangegangen ist. Alles mit Großformat fotografiert. Pro Lebensgemeinschaft nur ein Bild, begleitet von einem beschreibendem Text auf der anderen Seite. Die Bilder zeigen manchmal nur Landschaften, oder Überreste einer alten Kommune, aber auch viele Bilder mit Menschen in schönen Situation tauchen auf. Die zwei Bilder die ihr hier seht sind für mich ziemlich repräsentativ für die ganze Arbeit.

Das eine zeigt das Titelbild des Buches. Ich finde es wirklich beeindruckend, wie Joel Sternfeld es schafft trotz der ja recht umständlichen Technik einer Großformatkamera einen so flüchtigen und intimen Moment einzufangen. Dies setzt sich in sehr vielen anderen Bildern des Buches fort.

Das zweite Bild zeigt die Überreste von Drop City einer recht bekannten Kommune aus den 60ern und 70ern. Immer wieder tauchen in dem Buch Bilder auf, welche den Verfall so deutlich zeigen. Für mich auf jeden fall ein Sinnbild wie schwierig es ist solche Ideale und Träume durch die Realität zu retten.
Alles in Allem ist Joel Sternfeld gerade mein definitiver Lieblingsfotograf, und der erste wo ich wirklich das Gefühl habe ich will alle Bücher haben. Zu nennen ist da auf jeden fall noch “Strangers Passing”, ein Band voll mit Portraits und skurrilen Situation.
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January 12th, 2008 flo
Hallo,
Da ich mit dem Winter in Deutschland nicht so richtig viel anfangen kann, habe ich gestern einen Stilllife-Tag eingelegt. In der Schule habe ich Stills und Studiokram allgemein eigentlich immer gehaßt, hab dann meist einfach mit available-Light gearbeitet.
Irgendwie ist es gerade anders. Eh komisch das ich so viel Interieur und so wenig Menschen knipse. Ein bischen mit den Blitzen zu arbeiten, hat mir richtig Spaß gemacht. Die Mate ist eins der Motive…

Termine
Dann sind noch ein paar Termine bei mir reingekommen. Dienstag (15.1.) ist Diplomausstellung in der Armgartstraße (Hamburg, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, da kann man Kommunikationsdesign und so kram studieren) ab 18 Uhr.
Und dann ist da noch son Kongreß in Berlin Anfang März. Die Rosa-Luxemburg Stiftung organisiert eine Art Kongreß (Akademie nennen die das) für linke MedienmacherInnen, das Programm könnt ihr hier http://www.linke-medienakademie.de anschauen. Überraschend fand ich die vielen Workshop-Ankündigungen, die eher nach Praxis-Orientiert klingen. Fotografie scheint dort aber nur eine Nebenrolle zu spielen…
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January 1st, 2008 jan
Auf Mel Adelglass bin ich gestoßen, durch Todd Weinstein, einen befreundeten Photographen aus New York. Er hat uns das Video gezeigt, welches er über Mel Adelglass gemacht hat.

Was ich wirklich faszinierend an der Arbeit von Mel Adelglass finde, ist die Konzentration. Sowohl in den Bildern als auch in der Technik und dem Thema.
Alle seine Bilder sind mit Großformatkamera gemacht. Für mich bedeutet das, dass sie zum einem zufällige Beobachtung sind aber durch die Technik auch klar geplante Bilder sind. Die Bilder zeigen alte Häuser, zerfallene Autos und Schilder, die ihre Bedeutung schon überlebt haben.
Mich bewegen verschiedene Dinge an dieser Arbeit:
- Das dokumentieren von Sachen, die in ein paar Jahren nicht mehr da sind. Abgerissen, Zerfallen oder Verschrottet. Viele der Häuser sind einfache Holzhäuser in Leichtbauweise. Die sind nicht für die Ewigkeit gebaut worden.
- Die Arbeitsweise. Durch die Staaten fahren, Irgendwann taucht am Straßenrand ein Bild auf, wo man denkt, dass muß mit.
- Der Gedanke, dass hinter jedem Bild eine Geschichte steckt. Ok das ist bei fast allen Bildern der Fall, aber durch das Video auf der Webseite und Kleinigkeiten in den Bildern wird das für mich noch realer.
- Und ganz persönlich, diese Stimmung von Unterwegs sein, Fundstücke haben, Zum Teil in Geschichte eintauchen.
Ich mag einfach Langzeitprojekte, Sache wo ich das Gefühl hat den Leuten liegt richtig was an ihrer Arbeit.
Sehr schön finde ich auch die Webseite. Sehr schlicht, aber mit kleinen Besonderheiten, z.B: die Geschichte zum Startbild. Oder aber auch das Video, es ist ja doch selten, dass man mehr über den Photographen erfährt.
Also für mich eine wirklich sehr schöne und auch bewegende Arbeit.
http://www.meladelglass.com
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December 30th, 2007 flo

Pablo Ortiz Monasterio ist der wichtigste unbekannte Fotograf. Für mich.
Anfang 1998 war ich in San Christobal de las Casas, im Süden von Mexiko, unterwegs. Mit Fotografie hatte ich nichts zu tun, ich sah mich mich vorwiegend als politischen Aktivisten. Punkt. Ich war mit einer Freundin in einem Buchladen, wir schauten uns dies und jenes an, und dann das: “La Ultima Ciudad”. Sraßenszenen aus Mexiko-City. Schwarz Weiß. Ungestellt. Ein ganzen Buch über eine Stadt. Ohne Sehenswürdigkeiten. Aber mit allem, was gesehen werden sollte.
Okay, ich wollte weiterreisen, das Buch war zu teuer, und ich hatte keinen Platz im Rucksack für ein Fotobuch.
Ein paar Wochen Später in Guatemala. Meine Gedanken kreisen sich immer wieder um dieses Buch. Die beiden in dem Hochhaus, die Bonbonverkäuferin, Der Typ vor dem Sex-Pis….ach was sind schon Bildbeschreibungen. Das Buch war genau das, was Mexiko in dem Moment für mich ausmachte. Ich mußte es haben, ich fuhr nach San Christobal zurück fahren, und von da an begleitete es mich den Rest meiner Reise. Ich schaute es oft mit den Leuten gemeinsam an, deren Sprache ich nicht ausreichend sprach. La Ultima Ciudad. Von Pablo Ortiz Monasterio. Und es ist eines der ganz wenigen Bücher, die ich niemlas wieder hergeben würde.
Klar, auch viele andere Bücher sind gut. Bloß wenn ich länger als 5 Sekunden hinschaue, langweile ich mich oft sofort.
Vielleicht war das Buch der Auslöser für mich, Fotograf werden zu wollen. Street-Photography war für mich immer das größte. Die Gesellschaft in Bildern reflektieren. Ich wollte von nun an Reportagefotograf werden. Die Gesellschaft in Bildern reflektieren. Das ist sehr schwer. Nun gut, meine Ausbildung war dann wohl zu Werbelastig und ich knipse Interieur. Wie Schade.
Wer Pablo Ortiz Monasterio ist weiß ich nicht. Einer der wichtigsten aktuellen mexikanischen Fotografen heißt es. Aber Informationen über ihn fand ich so gut wie keine. Für mich jedoch ist er einer der größten überhaupt.
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November 30th, 2007 jan
Willkommen auf Fotofraktion.de.
Fotofraktion.de ist ein neuer Blog, welcher sich zum Ziel gesetzt hat die Verbreitung und den Austausch von und über ambitionierte Fotografie, welche sich kritisch mit der Gesellschaft beschäftig, zu fördern.
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